Verbesserung der Infrastruktur

Im Jahr 2007 war Polen ein wichtiger Empfänger von Kapital aus dem globalen Immobilieninvestmentmarkt. Die meisten Transaktionen fanden in Warszawa statt. Jedoch bauen die regionalen Märkte ihren Abstand von der Hauptstadt immer schneller ab. 2007 ist es immer noch zu Transaktionen gekommen, bei denen dasselbe Grundstück mehrmals in einem Jahr gehandelt wurde; die daraus erzielten Einnahmen waren aber nur auf einen starken Nachfrageüberhang im Vergleich zum Angebot zurückzuführen. In den Jahren zuvor war der polnische Immobilienmarkt durch einen deutlichen Rückgang der Kapitalisierungsfaktoren im Vergleich zu anderen Ländern in Mittel- und Osteuropa gekennzeichnet. Die Ergebnisse unserer in Zusammenarbeit mit dem Urban Land Institute (Emerging Trends in Real Estate Europe, 2007) durchgeführten Untersuchung weisen darauf hin, dass es sich in der unmittelbaren Zukunft schwieriger gestalten wird, hohe Renditen bei Investitionen zu erreichen. Nach einigen Befragten "rechtfertigen die Renditen das Länderrisiko und alles, was damit zusammenhängt, nicht". Tatsächlich haben sich die Renditen nun soweit angenähert, dass Büroräume in erstklassiger Lage in Warszawa fast auf gleichem Niveau mit westeuropäischen Hauptstädten liegen. Es ist anzunehmen, dass die Intensität und das Tempo des polnischen Investitionsmarktes sich allmählich verringern und normalisieren werden und so die tatsächlichen Marktchancen wiedergeben.

Um auf den relativ gut entwickelten Märkten (große Städte) Stand halten zu können, werden sich Investoren stärker auf Möglichkeiten der Stadterneuerung und Stadtsanierung konzentrieren. Das heißt, dass Projekte, einschließlich vollständiger technischer und funktionaler Modernisierung, auf den lokalen Märkten keine Seltenheit mehr sein werden. Diese Projekte bedürfen eines maßgeschneiderten Ansatzes und umfassen eine engere Zusammenarbeit mit erfahrenen Finanzanalysten, Immobilienmanagern, Stadtplanern und Architekten, um die praktische Machbarkeit eines jeden Projekts zu bewerten. Die homogene Natur der Immobilieninvestition in Polen wird verschwinden, da Investoren Prestige Immobilien in Stadtlagen zur Erneuerung und Sanierung auswählen werden.

Eine weitere Entwicklung, mit der wir rechnen, ist die Rückkehr zum grundlegenden Faktor für die Messung der Attraktivität einer Immobilie, nämlich ihre Lage. Verschiedene Investoren haben bereits Rechte an Grundstücken mit veralteten Gebäuden in Spitzenlagen der Stadtzentren erworben, nur um diese Gebäude durch neue und rentablere Objekte zu ersetzen. Meist wird bei diesen Investitionen ein Häuserblock oder ein Industriekomplex durch ein Geschäftshaus ersetzt. Jedoch bleibt nach wie vor das Problem, einen neuen Platz für die ehemaligen Bewohner zu finden und häufig auch die Abstimmung des Neubaus mit den Denkmalpflegern (z.B. im Falle alter Mietshäuser).

Bei Investoren, die Investitionen auf Grundlage von Modernisierung vermeiden möchten, finden mittlerweile auch lokale Märkte, d.h. kleinere Städte, Beachtung, bei denen der Investitionsumfang geringer, die potenzielle Rentabilität jedoch höher als in Großstädten ist. Eine Reihe von Hybridfonds ist in den letzten Jahren entstanden, deren Ziel es ist, ein Portfolio ähnlicher Objekte mit höheren Renditen aufzubauen, um diese als Gesamtportfolio zu halten und schließlich mit Renditen zu verkaufen, die denen von größeren Objekten entsprechen.